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Dezember 2011

Ministerpräsident Bouffier auf Weihnachtsbesuch bei der Diakonie

Haus der Kirche und Diakonie in Idstein dieses Jahr Ziel des Ministerpräsidenten


Ministerpräsident Bouffier auf Weihnachtsbesuch bei der Diakonie
 

Ministerpräsident Bouffier auf Weihnachtsbesuch bei der Diakonie

Hoher Besuch im Haus der Kirche und Diakonie in Idstein: der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier nahm sich gut 90 Minuten Zeit, um mit Mitarbeitenden zu reden, sich über das Haus und die Einrichtungen zu informieren und mit Bewohnern zu sprechen. Gerade diese Gespräche seien für ihn sehr bewegend gewesen. „Erlauben Sie mir nachzuhaken", sagte Bouffier zum Abschluss seines Besuches und versprach wieder zu kommen.
In Idstein arbeiten Kirche, Diakonie und Kommune eng und gut vernetzt zusammen. 12 Menschen mit psychischen Erkrankungen leben in Appartements und werden von Mitarbeitenden des regionalen Diakonischen Werkes Rheingau-Taunus betreut. 12 Arbeitsplätze gibt es in der Tagestätte für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Außerdem befinden sich die Diakoniestation mit gut 30 Mitarbeitenden, das Evangelische Dekanat mit verschiedenen Arbeitsfeldern wie Notfallseelsorge, Bildung, Ökumene, Jugendarbeit und der Verwaltung sowie die Hospizbewegung unter dem Dach. Im Wohnheim der Kommunalen Wohnbau Gesellschaft (kwb) leben zudem Studenten und andere Mieter in 1-2 Zimmer Appartements.

Gute dezentrale Versorgung mitten in der Stadt
In einem intensiven Gespräch mit Mitarbeitenden des Hauses und Repräsentanten von Diakonie und Evangelischer Kirche, unter ihnen der Vorstandsvorsitzende des DWHN Dr. Wolfgang Gern, der Vorsitzende der Hauptversammlung des DWHN, Karl-Peter Bruch und der Propst für Südnassau, Dr. Sigurd Rink. Bouffier ließ sich sowohl die Entstehungsgeschichte des Hauses erzählen, als auch die aktuelle Situation. Nicht immer sei eine so gemischte und dezentrale Wohn- und Betreuungsform, wie im Haus der Kirche und Diakonie in Idstein für Menschen mit Behinderungen wohl möglich, so Bouffier. „Patentrezepte gibt es nicht“, stimmte Claudia Kohlhaas zu. Im Idsteiner Land sei es aber auch durch die Diakoniestation und den mobilen sozialen Dienst (MSD) derzeit möglich Menschen mit Einschränkungen oder ältere Mitbürger in ihrer gewohnter Umgebung gut zu versorgen, auch weil die Kommunen sich finanziell beteiligten. In noch ländlicheren Regionen werde dies aber immer schwieriger, hier sei man dringend auf die Unterstützung von Land angewiesen. Zudem sorge man sich darüber, dass es immer schwerer sei, Pflegepersonal, besonders für die Altenhilfe zu finden, deshalb bilde man jetzt auch selbst aus, so Dekanin Heinke Geiter.
Dr. Wolfgag Gern äußerte im Rahmen dieses Besuches des hessischen Ministerpräsidenten: Das Idsteiner Haus für Kirche und Diakonie sei ein Leuchtturm der EKHN und ihrer Diakonie. Der Besuch des Ministerpräsidenten zeige, dass Staat und Kirche gemeinsam daran arbeiten, dass auch in Krisen Leben gelinge. „Wir wünschen uns von Herzen, dass sozialstaatliches Handeln nicht an den Rand gedrängt wird, sondern Kernstück unserer Demokratie bleibt“, sagte Dr. Gern mit Blick auf die Landesregierung.

Glückswichtel und große Zufriedenheit
Anschließend nahm sich Volker Bouffier Zeit, um auch mit Bewohnern ins Gespräch zu kommen. In einem Rundgang führten Bewohner Stefan Müller und Heid Kohn die Gäste in die Tagesstätte für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Bouffier bewunderte die handwerklichen Fähigkeiten der Mitarbeitenden. Stefan Müller überreichte dann auch dem Ministerpräsidenten selbstgemachte Marmelade und einen getöpferten Glückswichtel. Auf die Frage wie lange man schon hier wohne, und ob man zufrieden sei, antwortete ein Bewohner: „Ich bin seit knapp drei Jahren hier und schätze vor allem die 100 prozentige Betreuung. Hier kann ich arbeiten, leben und wohnen und habe auch noch Betreuer", lobte der Befragte das besondere Konzept des Hauses. Nebenan befindet sich eine große Dachterrasse und ein Aufenthaltsraum mit Küche, in der das Essen gemeinsam zubereitet werde. Auch hier kam es zu intensiven Ge-sprächen mit den Bewohnern des Hauses.

Einblick in das Privateste
Kenan Cakmak gewährte dem Ministerpräsidenten sogar einen Einblick in sein Ap-partement und berichtete offen von seiner Krankheit, die ihm alle Hoffnung raube. Nach einem längeren Gespräch sagte Bouffier zum Abschluss, „das hat mich eben sehr bewegt“. Generell zeigte sich der Landesvater beeindruckt von der Vernetzung und dem Engagement im Haus: „Diese einmalige Vernetzung und harmonische Zusammenarbeit ist etwas ganz Besonderes. Hier herrscht ein Atmosphäre und ein Geist der bewunderungswürdig ist“, freute sich Bouffier.

2500 Euro für Freizeiten gespendet
Zum Schluss stiftete er dem Haus 2500 Euro, mit denen Freizeiten für Menschen mit psychischen Erkrankungen organisiert werden sollen. Auch der Abschluss war für den Ministerpräsidenten etwas Ungewohntes: „Wir Evangelischen singen gern“ sagte der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werkes Hessen Nassau, Dr. Wolfgang Gern, und so stimmte der Propst für Südnassau die erste Strophe des bekannten Liedes „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“, an. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, freute sich Bouffier.

Weitere Informationen gibt es bei Christian Weise, Evangelisches Dekanat Bad Schwalbach, http://www.dekanat-badschwalbach.de.


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