

Die klirrende Kälte lässt die Hilfsbereitschaft in vielen Einrichtungen der Diakonie wachsen. Stefan Gillich, Referent für Gefährdetenhilfe im Diakonischen Werk in Hessen und Nassau (DWHN), und zugleich stellvertretender Vorsitzender der bundesweit tätigen Evangelischen Obdachlosenhilfe (EVO), berichtet: „Bei diesen Temperaturen ist der Andrang in unserer Wohnungslosenhilfe natürlich so groß wie sonst nie. Zugleich ist es aber auch ermutigend zu sehen, wie viele Menschen sich spontan entschließen zu helfen und unsere Arbeit in den Tagesaufenthaltsstätten oder Übernachtungsheimen der Diakonie unterstützen.“
Sei es, dass ein neuer Schlafsack für ein Wohnheim der Diakonie, gut erhaltene Winterkleidung oder Geldbeträge für die Arbeit gespendet werden - für Gillich sind dies „ermutigende Zeugnisse dafür, dass Menschen in diesen Wochen zusammenrücken, die Not anderer wahrnehmen und helfen, wo es ihnen möglich ist.“
Auch im Wohn- und Übernachtungsheim in Darmstadt ist die Nachfrage nach einer warmen Unterkunft im Moment besonders hoch. Stehen dort normalerweise 50 Betten für Bedürftige zur Verfügung, wurde die Anzahl der Schlafplätze aufgrund der Kältewelle mit Hilfe von Matratzen und Notbetten auf 65 erhöht. Obwohl viele Obdachlose bereits in Wohnheimen untergebracht sind, erhalten die Darmstädter täglich etwa fünf neue Übernachtungsanfragen. Zwar war die Nachfrage auch in den vergangenen Wintern hoch, Notbetten im größeren Umfang, als es derzeit der Fall ist, mussten aber keine aufgestellt werden. Auch wenn es in diesen Tagen womöglich eng in der Wohnungslosenhilfe wird: „Weggeschickt wird niemand“, sagen die Verantwortlichen der Diakonie.
Stichwort: Wohnungslosenhilfe in der Diakonie
Die Wohnungslosenhilfe gehört zu den traditionellen Aufgaben der Diakonie. Das DWHN hat 65 Einrichtungen in der Wohnungslosenhilfe in Hessen und in Rheinland-Pfalz. Dazu gehören Tagesaufenthaltsstätten, Wohn- und Übernachtungsheime, aber auch Beratungsstellen, in denen Betroffene in Wohnungsnot unterstützt werden.
Deutschlandweit leben etwa 22.000 Menschen ohne Dach über dem Kopf und gelten als obdachlos. Mehr als 250.000 Menschen haben keine eigene Wohnung. Eine alle zwei Jahre durchgeführte Stichtagserhebung der Wohlfahrtsverbände in Hessen hat ergeben, dass am Stichtag 24. November 2011 knapp 4.000 Menschen in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe Unterstützung und Hilfe erbeten haben.
Meist ist es wirtschaftliche Not, verbunden mit schwierigen persönlichen Lebensumständen, die die Menschen auf die Straße treibt. Sie leiden häufig unter materiellen, gesundheitlichen und psychischen Problemen und unter Ausgrenzung und Isolation. Die Diakonie bietet ein qualifiziertes und gut ausgebautes Hilfenetz mit verschiedenen Diensten und Einrichtungen an. Konkrete Hilfe in Notsituationen sowie die Hilfe zur Selbsthilfe sind dabei zentrale Anliegen der Diakonie.
Weitere Informationen erhalten Sie bei Stefan Gillich, Referent für Gefährdetenhilfe, Diakonisches Werk in Hessen und Nassau, Telefon 069/7947222, im Internet unter diakonie-hessen-nassau.de/arbeitsfelder/armut-und-soziale-schwierigkeiten/wohnungslosenhilfe.html oder direkt im Wohn- und Übernachtungsheim in Darmstadt unter Telefon 06151/926200 bei dessen Leiter Claus Schäfer.