

Das „Schicksal ausländischer Frauen“ hat bereits Anfang der achtziger Jahre das Interesse der deutschen Öffentlichkeit erregt. Was damals allerdings über die „ausländische Frau“ berichtet wurde, war eine Aufzählung von Defiziten. Vor diesem Hintergrund ist der Arbeitsschwerpunkt „Interkulturelle Frauenarbeit“ im Diakonischen Werk in Hessen und Nassau entstanden.
Die Mitarbeiterinnen der Diakonie entwickelten in den letzten drei Jahrzehnten die Interkulturelle Frauenarbeit dahingehend, dass sie Netzwerke schufen, in denen ein fachlicher Austausch auf Augenhöhe stattfinden konnte. Sie gründeten 1981 den „Mädchenarbeiterinnenkreis der freien Träger im Rhein-Main-Gebiet“ mit, und 1991 den „Arbeitskreis Migrantinnen der freien Träger in Frankfurt am Main“. Parallel hat sich das Angebot „Seminare für Migrantinnen“ in der Diakonie etabliert. Grundlage dafür bot die Beobachtung in der Beratungspraxis, dass die Migrantinnen ihre eigene Migration oft als eine Art Übergangszeit erleben.
Nach dem Anschlag in New York am 11. September 2001 wurden die Schwerpunkte in der Arbeit mit und für Migrantinnen in der Diakonie erweitert. „Geschlechterrollen im Islam“ und die damit verbundenen Auswirkungen auf die in Deutschland lebenden Musliminnen ist aktuell das tragende Thema der „Interkulturellen Frauenarbeit“. Damit verbunden ist auch das Angebot an Fortbildungen und Fachtagungen für Multiplikatoren zu öffentlichkeitsrelevanten Themen wie „Zwangsheirat“ und „Ehrenmorde“.
2009 erstellte die Diakonie in Kooperation mit ihrer Mitgliedseinrichtung FiM - Frauenrecht ist Menschenrecht e.V. (www.fim-frauenrecht.de) - eine Gesamtkonzeption „Einzelfallhilfe – Schutz – Prävention für Opfer von Zwangsheirat und Gewalt im Kontext religiös-traditioneller Systeme“. Durch die Schaffung von Hilfenetzwerken, einer Clearingstelle und durch Sensibilisierung und Prävention sollen Opfer geschützt und ihre Rechte sichergestellt werden.
Fachreferat Migrationsberatung für
erwachsene Zuwanderer und interkulturelle Frauenarbeit
Martha Prassiadou-Kara
Diakonisches Werk in Hessen und Nassau e.V.
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Telefax: 069 7947-99218
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