

Bei der Suchterkrankung handelt es sich um eine chronische Erkrankung, die mit vielfältigen Symptomen und Problemsituationen einhergeht. Sowohl das Leben der Betroffenen selbst als auch das ihrer Angehörigen wird von den Auswirkungen der Erkrankung in hohem Maße tangiert. "Sucht" bzw. "stoffgebundene/nicht-stoffgebundene Abhängigkeit" wurde erst 1968 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Krankheit anerkannt.
Kriterien für das Abhängigkeitssyndrom sind bzw. können sein:
Für das Phänomen der Sucht gibt es verschiedene Erklärungsmodelle (individualpsychologisch, medizinisch-naturwissenschaftlich, gesellschaftszentriert), aber noch keine einheitliche und allseits anerkannte Theorie der Suchtentstehung. Man weiß, dass Sucht viele verschiedene Ursachen haben kann, die im Individuum, im Umfeld, in gesellschaftlichen Bedingungen, im Suchtmittel selbst liegen können. Sucht trifft alle sozialen Schichten – sie ist kein Randgruppenphänomen.
Die Prinzipien der Prävention sind:
Wird die Erkrankung zu spät oder falsch behandelt, treten teils irreparable somatische und psychische Schädigungen auf.
Die Behandlung von Suchterkrankungen wird in der Regel in Form der medizinischen Rehabilitation durchgeführt. Bei stoffgebundener Abhängigkeit erfolgt zunächst eine Entzugsbehandlung bzw. Entgiftung. Danach wird idealerweise in eine Langzeittherapie (stationär/ambulant oder Kombitherapie) überwiesen. Auch Essstörungen, Nikotin- und Glücksspielabhängigkeit sind als behandelbar erkannt.
Kontakte zu Selbsthilfegruppen und Suchtberatungsstellen oder in niedrig schwellige Einrichtungen bestehen entweder schon vor der Langzeitbehandlung oder werden durch die Entzugsstation bzw. die Langzeittherapie-Einrichtung geknüpft. Ziele der Behandlung sind die physische und psychische Entwöhnung sowie die Entwicklung bzw. Nachreifung der Persönlichkeit. Es ist wichtig, dass das Hilfenetz gut ausgebaut ist und schnell auf neue Herausforderungen reagieren kann.
Statistische Erhebungen gehen davon aus, dass es auf Bundesebene ca. 1,5 Millionen Alkoholkranke mit ausgebildetem Abhängigkeitssyndrom gibt, hiervon unterziehen sich ca. 100.000 einer Langzeitbehandlung. Die Dunkelziffer ist noch höher. Von den Personen, die Alkoholmissbrauch betreiben (ca. 1,6 Millionen), geht nur ein Bruchteil zur Therapie – das Hilfesystem erreicht sie oftmals nur über Maßnahmen, die im Zusammenhang mit der Wiedererlangung des Führerscheins stehen oder über Angehörige und Betriebe.
Bei der Schätzung des problematischen Konsums harter Drogen geht man bundesweit von 195.000 Personen aus; bei Cannabisabhängigen von ca. 240.000 und bei pathologischen Glücksspielern von ca. 100.000 – 290.000.
In den vergangenen Jahrzehnten sind, orientiert am Bedarf, viele Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe entstanden – voneinander wissend und miteinander kooperierend, aber nicht immer in abgestimmter Zusammenarbeit agierend. Es liegt ein weit verzweigtes Hilfesystem vor. Vorteile: eine gute Erreichbarkeit für betroffene Personen, aber auch eine hohe Schnittstellenproblematik. Die diakonischen Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe haben sich daher seit einigen Jahren – teilweise mit Einrichtungen anderer Verbände - in verschiedenen Regionen zu Verbünden zusammen geschlossen. Diese Verbünde umfassen alle in der Suchtkrankenhilfe relevanten Einrichtungen wie z.B.:
Die Arbeit der Verbünde beinhaltet mehr als Kooperation. Sie bieten "integrierte Versorgung" an – das bedeutet, dass Klienten mit allen Formen der Suchterkrankung an jeder Stelle des Verbundnetzes "einsteigen" können. Doppelstrukturen und –versorgung werden durch eine Vernetzung aller Beteiligten vermieden.
Eine Übersicht über diakonische Suchtkrankenhilfe-Einrichtungen im Diakonischen Werk in Hessen und Nassau und im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck (regionale Diakonische Werke und Mitgliedseinrichtungen) finden Sie hier.
Alle diakonischen Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe haben sich in der Evangelischen Landesarbeitsgemeinschaft für Suchtkrankenhilfe (ELAS) – einer Arbeitsgemeinschaft im Sinne der Satzung des Diakonischen Werkes in Hessen und Nassau – zusammen geschlossen.
Referat Allgemeine Lebensberatung und Suchtkrankenhilfe
Sonja Linke
Diakonisches Werk in Hessen und Nassau e.V.
Ederstraße 12
60486 Frankfurt am Main
Telefon: 069 7947-232
Telefax: 069 7947-333
sonja.linke(at)dwhn.de
Sekretariat
Barbara Müller
Diakonisches Werk in Hessen und Nassau e.V.
Ederstraße 12
60486 Frankfurt am Main
Telefon: 069 7947-372
Telefax: 069 7947-333
barbara.mueller(at)dwhn.de