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SchuldnerberatungÜberschuldung ist Auslöser von Verarmung und sozialer Ausgrenzung

Überschuldungsprobleme haben längst weite Teile der Bevölkerung erreicht und sind ein wesentlicher Faktor für Verarmung und soziale Ausgrenzung von Menschen und ihren Angehörigen. Überschuldung geht bei Betroffenen häufig einher mit einer Destabilisierung ihrer Existenz: Sie sind erheblichem Stress und psychischem Druck ausgesetzt und oft genug leidet auch ihre körperliche Gesundheit. Diese kritische Lebenssituation belastet Partnerschaften und Familien und stört nicht zuletzt auch häufig eine gesunde Entwicklung der Kinder. Überschuldung darf daher nicht nur auf wirtschaftliche Sachverhalte reduziert werden.

Die Beratung für überschuldete Menschen ist in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Aufgabe der Sozialarbeit geworden. Rund 3 Millionen Haushalte in Deutschland sind überschuldet und alle Fachleute rechnen mit einem weiteren Anstieg. Hauptursachen für Überschuldung sind Arbeitslosigkeit, Krankheit und Einkommen, die den Lebensbedarf nicht decken.

Schuldnerberatung in der Diakonie ist Sozialberatung mit und für überschuldete Menschen. Sie hilft, die finanziellen Notsituationen sowie die sozialen und psychischen Folgen der Existenzgefährdung durch Überschuldung zu überwinden. Darüber hinaus arbeitet die Schuldnerberatung der Diakonie gemeinsam mit Betroffenen und anderen gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen an der Veränderung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen von Überschuldung.

Zum Beratungsangebot unserer Sozialen Schuldnerberatung gehören

  • Anamnese: umfassende Erfassung und Bewertung der wirtschaftlichen und psychosozialen Situation
  • Existenzsicherung: Prüfung von Ansprüchen auf Sozialleistungen, Unterhalt, Anhebung der Pfändungsgrenzen etc.
  • Stabilisierung der hauswirtschaftlichen Verhältnisse: Haushalts- und Budgetberatung, Prüfung von Möglichkeiten der Einnahmensteigerung bzw. Ausgabensenkung
  • Vollstreckungsschutzmaßnahmen: Unterstützung bei Aussetzungen von Lohn- und Kontopfändungen.
  • Unterstützung bei Arbeitsaufnahme bzw. Sicherung der Erwerbstätigkeit: insbesondere, wenn Lohnpfändungen drohen oder bestehen und damit ein Erwerbshindernis darstellen
  • Forderungsüberprüfung und Verhandlungen mit den Gläubigern
  • Unterstützung und Begleitung bei der Erarbeitung eines außergerichtlichen Einigungsversuchs
  • Kontosicherung, Kontobeschaffung
  • Stabilisierung der psychosozialen Situation
  • Stärkung der persönlichen Handlungsfähigkeit und Steigerung der Motivation
  • Vermeidung von Ersatzfreiheitsstrafen oder Erzwingungshaft
  • Vermittlung an weitere Fachdienste: z.B. Haftentlassenen-, Wohnungslosen-, Sucht- oder Familienberatung

Alle Beratungsstellen der Sozialen Schuldnerberatung im DWHN bieten auch die Verbraucherinsolvenzberatung an und sind nach §305 InsO (Insolvenzordnung) als geeignete Stellen anerkannt. Bestandteile dieses Beratungsangebotes sind:

  • Unterstützung und Begleitung bei der außergerichtlichen Schuldenregulierung
  • Ausstellen der erforderlichen Bescheinigung im Falle des Scheiterns eines außergerichtlichen Einigungsversuchs
  • Unterstützung und Begleitung bei der Antragsstellung auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens
  • Unterstützung und Begleitung bei der Durchführung des Schuldenbereinigungsplans
  • Information und Unterstützung im Rahmen des Insolvenzverfahrens und der anschließenden Wohlverhaltensphase
  • ggf. Abwicklung der erteilten Restschuldbefreiung
  • ggf. Nachbetreuung nach Erteilung der Restschuldbefreiung 

Da die Beratungsstellen regional unterschiedliche Organisationsweisen haben, ist es sinnvoll, sich im Bedarfsfall wegen einer Terminvereinbarung direkt an eine bzw. die Beratungsstelle im eigenen Wohnort zu wenden. Hilfe bei der Suche von Beratungsstellen finden Sie hier.

Weitere nützliche Informationen und Arbeitshilfen bieten folgende Internetangebote:

www.meine-schulden.de (Website des Bundesfamilienministeriums und der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung)

www.meine-schuldnerberatung.de (Online-Beratungsangebot der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung e.V. mit Unterstützung des Bundesfamilienministeriums)

www.forum-schuldnerberatung.de

www.evangelische-beratung.info (Adressverzeichnis diakonischer Schuldnerberatungsstellen und Online-Beratungsangebote)

Vorsicht vor Geschäften mit der Armut!

Leider machen sich vermehrt unseriöse gewerbliche Schuldenregulierer die langen Wartezeiten bei den Beratungsstellen der Wohlfahrts- und Verbraucherverbände sowie der Kommunen zunutze und werben damit, dass es bei Ihnen keine Wartezeiten gebe. Dabei tun diese Firmen häufig nichts anderes, als gegen hohe Gebühren einfachste Bürodienste zu erledigen, z.B. die listenmäßige Erfassung der Gläubiger und deren Forderungen. Häufig bieten sie auch nur die Weitervermittlung an einen Rechtsanwalt, der dann seinerseits ein zusätzliches Honorar verlangt. Dagegen sind die Angebote der Sozialen Schuldnerberatung der Wohlfahrtspflege und der Kommunen in der Regel kostenfrei!

Soziale Schuldnerberatung ist ein unverzichtbarer Bestandteil der sozialen Infrastruktur

Flächendeckend ist anerkannt, dass die Beratung überschuldeter oder von Überschuldung bedrohter Menschen ein dringend notwendiges und sinnvolles Hilfeangebot darstellt.

Diese Beratung, die auch von einigen regionalen Diakonischen Werken in Hessen und Nassau angeboten wird und den Ratsuchenden und seine Fähigkeiten, Fertigkeiten, Probleme und Lebenssituation ganzheitlich einbezieht, basiert auf dem Sozialstaatsprinzip und den Regelungen in den Sozialgesetzbüchern (SGB II und XII). Die Inanspruchnahme einer Beratung ist grundsätzlich freiwillig, d.h. niemand sollte dazu gezwungen werden. Die Schuldnerberatung der Diakonie in Hessen und Nassau ist darüber hinaus grundsätzlich vertraulich und jeglicher Umgang mit Daten wird gemäß den geltenden Bestimmungen des Datenschutzes mit den Ratsuchenden geregelt. Die Soziale Schuldnerberatung zielt auf die wirtschaftliche und soziale Stabilisierung der Ratsuchenden.

Die Soziale Schuldnerberatung des DWHN ist grundsätzlich kostenfrei!

Kontakt

Referat Schuldnerberatung
Ursula Brendel
Diakonisches Werk in Hessen und Nassau e.V.
Ederstraße 12
60486 Frankfurt am Main
Telefon: 069 7947-228
Telefax: 069 7947-99228
ursula.brendel(at)dwhn.de

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